Mir ist sooo langweilig!

Ohje, wie oft musste ich diesen Satz schon hören. Es ist endlich Wochenende und wir haben mal zur Abwechslung keine Verabredungen, keine Termine und rein gar nichts vor. Das ganze Wochenende gehört nur uns als Familie. Wir können also alles ganz entspannt angehen und nichts hetzt uns. Ein Traum für mich – nicht aber für meine Kinder. Im Kinderzimmer wartet zwar eine Unmenge an Spielzeug, auf dem Schreibtisch liegen die Malsachen und im Regal warten Bücher und CDs. Dennoch gibt es die Tage, an denen nichts, aber auch wirklich nichts spannend genug ist, um sich damit zu beschäftigen. Sophie Schmid hat das für den kleinen Oskar mit „Mir ist sooo langweilig“ treffend auf den Punkt gebracht…

Es ist Sonntag, sieben Uhr morgens…

Oskar ist schon seit über eine Stunde wach und ihm ist so stinkepinkelangweilig. Leise schleicht er sich ins Schlafzimmer seiner Eltern. Die schlafen aber noch. Egal, er fragt ob er fernsehen oder Computer spielen darf. Papa hat da ein paar andere Vorschläge, aber die sind so ziemlich öde. Beim Frühstück schlägt Papa vor, dass Oskar seinen Drachen steigen lassen könnte. Aber auch das ist total langweilig.

Selbst bei Oma und Opa, die ein Stockwerk höher wohnen, ist nichts los. Oma putzt Fenster und Opa sortiert seine Bierdeckel-Sammlung. Den beiden helfen? Oh wie langweilig. Vielleicht doch noch einmal Mama fragen, ob er jetzt Fernsehen schauen darf? Doch Mama sagt auch diesmal nein. Langsam wird Oskar richtig wütend und klettert entschlossen in sein Baumhaus. Die werden schon sehen, was sie davon haben, wenn sie sich nicht um Oskar kümmern. Da kommt seine Freundin Lena vorbei und der ist auch schon den ganzen Tag sooo total langweilig….

Mir ist sooo langweilig Bild
© Tulipan Verlag

Eine Geschichte mitten aus dem Leben

Für mich ist der Leerlauf bei meinen Töchtern ein kurioses Phänomen. Manchmal frage ich mich, wie bei ihnen Langeweile entstehen kann. Es ist doch alles da und was habe ich mich als Kind gefreut, mal in Ruhe am Wochenende in meinem Kinderzimmer zu verschwinden und zu spielen. Irgendwie ist das bei meinen beiden Kindern anders. Immer wieder lese ich, dass Langeweile gut für Kinder ist. Sie fördere die Kreativität und ideal sei, um neue Ideen zu entwickeln. Schön für die Kinder, denke ich dann, aber gibt es auch einen Masterplan für Eltern, damit umzugehen. Denn es ist gar nicht so einfach, ständig in seinen eigenen Aktivitäten mit „Mir ist sooo langweilig“* unterbrochen zu werden und jemanden hinter sich stehen zu haben, der beobachtet, was man selbst so tut.

Über das Buch von Sophie Schmid haben wir uns köstlich amüsiert. Zugegeben vielleicht ich ein bisschen mehr, einfach weil ich das von zu Hause so gut kenne. Die Illustrationen sind zauberhaft und wunderbar passend. Die Grimassen und die Körperhaltungen von Oskar sind so treffend und reallistisch, dass man schon ein wenig mitleidet mit dem kleinen Kerl. Das Ende der Geschichte setzt dem Ganzen noch einen winzigen herrlich pointierten I-Punkt obendrauf. Mittlerweile mache ich auf die Ansage auch schon keine konkreten Vorschläge mehr, sondern frage einfach: „Und was möchtest Du dagegen tun?“. Es hilft nicht immer, aber immer öfter 🙂

Eure Janet

Daten zum Buch:
Autor: Sophie Schmid
Illustrator: Sophie Schmid
Verlag: Tulipan Verlag
Erscheinungsjahr: 20.Juli 2015
Altersempfehlung: 3 bis 6 Jahre
ISBN: 978-3-8642-9230-9
Bildquelle: © Tulipan Verlag

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