Im Rollstuhl nach Florenz

Für die dreizehnjährige Sophie sind Bordsteinkanten wie Masern und Windpocken zusammen. Sie sind riesengroße Hindernisse und einfach nur schrecklich. Sophie sitzt im Rollstuhl, hat täglich mit vielen Hürden zu kämpfen und ist oft auf Hilfe angewiesen. Aber auf ihre Familie kann sie sich immer verlassen. Ihre Cousine Marieke, Opa Karl und Oma Frieda unterstützen sie nach Kräften. Und Opa Karl und Marieke sind sich sicher: Ein Abenteuer kann jeder erleben. So heißt es für die drei in den großen Sommerferien „Im Rollstuhl nach Florenz oder Wie wir die Mona Lisa zum Lächeln brachten“…

Der Traum vom Fliegen

Wie jedes Jahr verbringen die Cousinen Sophie und Marieke einige Wochen der Sommerferien bei ihren Großeltern in dem kleinen verschlafenen Ort Runkelshausen. Sie verstehen sich prächtig, sind wie Pech und Schwefel, ein eingespieltes Team und beste Freundinnen. Sophie ist 13 Jahre alt, klug, sitzt seit ihrer Geburt im Rollstuhl und ihre rechte Hand ist gelähmt. Kleine Dinge des Alltags, wie Treppen, sind für Sophie unüberwindbare Hindernisse und das Anderssein ist oft nicht einfach. Vor allem wenn andere Menschen sich abfällig über sie äußern. Das alles zu bewältigen, ist häufig eine große Herausforderung für Sophie. Ihre Familie unterstützt sie, wo sie nur kann. Sie halten zusammen, helfen sich gegenseitig und meistern als Improvisationskünstler, kurz die Impros, die ständigen Herausforderungen des Alltags.

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© Stachelbart

Sophie fragt sich, ob das schon immer so war. Wie war das in der Vergangenheit? Gab es damals schon Rollstühle? Opa Karl erzählt seinen Enkeltöchtern von seinem großen Vorbild Leonardo da Vinci, ein berühmter italienischer Maler und Künstler. Der besonders berühmt für seine Gemälde, unter anderem für die Mona Lisa, wurde. Aber er war auch ein Genie, der sich für den menschlichen Körper interessierte und den Traum vom Fliegen hatte. Nach diesem gemeinsamen Gespräch hat Opa Karl einen Geistesblitz und verschwindet geheimnistuerisch in seiner Werkstatt. Wie gut, dass auch er ein Tüftler und Erfinder ist. Opa Karl baut das Histobike – ein Fahrzeug mit dem man durch die Zeit reisen kann. Sein Plan: Zusammen mit Marieke und Sophie den genialen Maler und Erfinder im mittelalterlichen Florenz zu besuchen. Auf die drei wartet ein großes Abenteuer im Jahr 1506…

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© Stachelbart

Eine inklusive Gesellschaft macht stark

Inklusion ist für alle Menschen wichtig! Für Menschen mit und für Menschen ohne Behinderung. Inklusion heißt, dass niemand aufgrund des Alters, der sexuellen Orientierung, einer Behinderung, der Hautfarbe, Herkunft oder der Geschlechtsidentität ausgeschlossen oder aus ausgegrenzt werden darf. Auch Sophie erkennt im Laufe der Geschichte von „Im Rollstuhl nach Florenz oder Wie wir die Mona Lisa zum Lächeln brachten“* das jeder Mensch seine individuellen Fähigkeiten hat und das das gut so ist. Doch ist das nicht immer leicht in einer oftmals behindernden Gesellschaft und rollstuhlfeindlichen Alltag.

Die Cousine von Autorin Verena Freund hat sie zu diesem Kinderbuch inspiriert. Sie haben gelernt, wie schwierig das Leben manchmal sein kann, aber auch, dass es immer einen Weg gibt. Gemeinsam haben die beiden schon einige Abenteuer erlebt: Sie waren zusammen schwimmen, in einen Tierpark und auf Konzerten und haben einen Reiterhof besucht. Wichtig ist es der Autorin zu zeigen, dass eine Behinderung nicht daran hindert, ein großartiges Abenteuer zu erleben. Barrieren existieren nur in unseren Köpfen. Mit ihrem Kinderbuch zeigt Verena Freund auf wundervolle Weise, dass das Anderssein selbstverständlich sein sollte und das man gemeinsam stark ist und alles möglich ist.

Eure Janet

Daten zum Buch:
Autor: Verena Freund
Illustration: Peter Guckes
Erscheinungsjahr: 22. Februar 2016
Verlag: Stachelbart
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-9456-4803-2
Bildquelle: © Stachelbart

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4 Gedanken zu „Im Rollstuhl nach Florenz

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