Unser Lieblingsbuch: Irgendwie Anders

Es gibt viele schöne Kinderbücher. Darunter befinden sich glücklicherweise auch solche, die das Herz berühren und überaus wichtige Botschaften vermitteln. „Irgendwie Anders“ ist so ein Buch, und das stellen euch Andrea von „Mama und Rakete“ und ihre Familie vor.

Irgendwie Anders

Der kleine Irgendwie Anders lebt ganz allein und ohne einen einzigen Freund auf einem hohen Berg. Er weiß, dass er anders ist, denn alle finden das. Sie sagen ihm ständig: „Tut uns leid, Du bist nicht wie wir. Du bist irgendwie anders. Du gehörst nicht dazu.“ So sehr Irgendwie Anders sich auch bemüht, so zu sein wie alle anderen und ihrem Anspruch zu genügen, gelingt es ihm doch nie wirklich. Er bleibt irgendwie anders.

© Oetinger Verlag

Eines Abends klopft es an der Tür, als Irgendwie Anders allein zu Bett gehen will. Etwas steht vor der Tür und ist ganz anders als Irgendwie Anders. Und deshalb stößt es bei ihm auch zunächst auf Ablehnung. In dem Moment, in dem Irgendwie Anders das kleine Etwas grob herauskomplementiert und Etwas ganz traurig und klein macht, erkennt er seinen Fehler. Etwas erinnert ihn an sich selbst. Also ruft er es zurück, sagt: „Du bist nicht wie ich, aber das ist mir egal.“ und nimmt das kleine Etwas bei sich auf. Von da an hat Irgendwie Anders einen Freund. Wenn beide von nun an auf jemand anderen treffen, der anders aussieht oder ist, lehnen sie ihn nicht mehr ab, sondern nehmen ihn auf und rücken zusammen.

© Oetinger Verlag

Wundervoll einzigartig

Wo Menschen sind, gibt es auch Unterschiede. Da sind verschiedene Hautfarben, Religionen, Geschlechter, Ansichten, Konfektionsgrößen, Geschichten, Hintergründe, Nasen, Ohren, Münder und vieles andere mehr. Die Geschichte von „Irgendwie Anders“* berührt, weil sie in alle Leben passt. Obwohl es bereits vor 23 Jahren zum ersten Mal erschienen ist, ist das Thema immer noch so aktuell. Das Kinderbuch von Kathryn Cave und Chris Ridell handelt vom Anderssein, vom Dasein als Außenseiter. Die meisten von uns haben sich bestimmt in der ein oder anderen Situation schon einmal irgendwie anders gefühlt. Und jeder von uns kennt sicherlich jemanden, der irgendwie anders war oder ist.

In Zeiten, in denen Fremdenfeindlichkeit ganz neue Facetten bekommt, Mobbing in vieler Munde ist und Anderssein schlichtweg selten gesellschaftlich akzeptiert wird, ist es wichtig Werte wie Toleranz, Freundschaft und Akzeptanz in Erinnerung zu rufen. Die Geschichte vom kleinen Irgendwie Anders hilft dabei auf ganz wundervolle Weise und das finde ich ganz großartig. Denn diese Werte zählen genau zu denen, die ich unserem Sohn mit auf den Weg geben will. Deshalb hat dieses preisgekrönte Kinderbuch einen festen Platz in unserem Bücherregal und wird fleißig von mir verschenkt. Ich wünsche jedem, der irgendwie anders ist, ein treues Etwas an seine Seite.

Eure Andrea

Über Andrea:

Andrea lebt mit ihrer Familie im schönen Leipzig und ist Mutter eines Sohnes. Seit November 2016 bloggt sie auf www.mamaundrakete.de über ihr oftmals chaotisches Leben als Erstlingsmutter zwischen Windeln, Wäschebergen, Wollmäusen und Schnoddernase.

Daten zum Buch:
Autor: Kathryn Cave, Chris Ridell
Illustration: Chris Ridell
Übersetzung: Salah Naoura
Verlag: Oetinger Verlag
Erscheinungsjahr: 1. Februar 1994
Altersempfehlung: 4 bis 6 Jahre
ISBN: 978-3-7891-6352-4
Bildquelle: © Oetinger Verlag

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3 Gedanken zu „Unser Lieblingsbuch: Irgendwie Anders

  • 18. November 2018 um 11:30
    Permalink

    Hmhm… Ich kenne das Buch und weiß, es wird hoch gelobt.
    Allerdings kann man seine Botschaft auch wie folgt zusammenfassen: Wenn jemand anders ist als die anderen, ist er alleine und ausgeschlossen. Wenn er Glück hat, findet er noch jemanden, der ebenfalls anders ist. Dann kann er sich mit dem zusammen tun und eventuell auch glücklich werden.

    So sieht eigentlich nicht die Welt der Inklusion aus, in der ich gerne leben würde…

    Antwort
    • 19. November 2018 um 6:44
      Permalink

      Liebe Elisabeth,

      ganz lieben Dank für Deinen Kommentar und Deine Gedanken. Ja, es stimmt, was Du sagst, dennoch gebe ich zu Bedenken, das Buch auch ein wenig im Kontext zu sehen. Das Buch ist 1994 erschienen, also vor fast 15 Jahren. In dieser Zeit hat sich viel in Richtung Inklusion getan. Auch im Bereich Kinderbuch. Gern möchte ich Dir den folgenden Artikel ans Herz legen, der sich umfassend mit dem Thema beschäftigt und auch wirklich richtig gute Kinderbuchempfehlungen zeigt:
      https://mama-notes.de/kinderbuecher-ueber-vielfalt-toleranz-und-anders-sein/

      Liebe Grüße
      Janet

      Antwort
  • 14. April 2017 um 4:01
    Permalink

    Wie süß ist das denn? Danke für den Hinweis auf diesen Kinderbuchklassiker, der mir tatsächlich neu ist. Ich bin sehr gespannt darauf. Für Ostern reichts zwar nicht mehr, aber der nächste Kindergeburtstag kommt bestimmt. :)

    Antwort

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